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Alle Inhalte von Mephisto
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veröffentlichung Dragon’s Domain Records: Robert O. Ragland - GRIZZLY
Mephisto antwortete auf Bonekings Thema in Scores & Veröffentlichungen
CASSANDRA CROSSING hat ein Hauptthema, das zwar poppig aufgebaut ist, im Vorspann des Films aber sehr mysterios vom zerbrechlichen Cembalo über eine mild dissonante Orchesterfläche und einige Syntheffekte vorgetragen wird. Die Musik enthält auch ziemlich kernig-knackige Action, die mit ihrer harschen Harmonik und der ruppigen Orchestrierung nur so in den 70ern geschrieben werden konnte. Auf der LP-Version der Musik findet sich aber ein sehr poppiges Arrangement. -
veröffentlichung Dragon’s Domain Records: Robert O. Ragland - GRIZZLY
Mephisto antwortete auf Bonekings Thema in Scores & Veröffentlichungen
Danke für den Hinweis, der Ragland interessiert mich tatsächlich, habe von ihm bisher nur 10 TO MIDNIGHT. -
veröffentlichung Lakeshore Records: Henry Jackman - THE PREDATOR
Mephisto antwortete auf horner1980s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ich finde aber auch die Streicher etwas zu "klebrig". -
veröffentlichung Lakeshore Records: Henry Jackman - THE PREDATOR
Mephisto antwortete auf horner1980s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Etwas strukturlos und thematisch "anonym", aber insgesamt sehr nett - wahrscheinlich stark am Bild komponiert. Darauf weisen diese kurzen Unterbrechungen jedenfalls hin. Jackman kann es ja offensichtlich, wenn man ihn lässt. Allerdings wirkt das ganze vom Klangbild her sehr gesampelt, als ob das mit einer Library eingespielt worden wäre. Schätze, da saßen schon echte Menschen, aber wieso heuert man die überhaupt an, wenn es dann doch so klingen soll wie aus den Computer? -
Vielen Dank für die beiden Hinweise, den Text habe ich entsprechend abgeändert Was das Buch betrifft, behalte ich das mal im Auge, momentan habe ich das Gefühl, mein Majewski-Bedürfnis ist erstmal gestillt. In den nächsten Tagen kommt ja noch ein zweiter Nachschlag (und es ist nicht die Walzer-CD).
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Majewski-Nachschlag I Bevor sich die diskographische Situation um das Schaffen von Hans-Martin Majewski durch die fantastische Alhambra-Box schlagartig besserte, leistete Duophon Records mit zwei Majewski-Samplern bereits wertvolle Pionierarbeit. Neben einer den Filmwalzern Majewskis gewidmeten CD erschien auch ein Album mit "Sinfonischen Suiten" aus diversen Filmmusiken, unter Anderem HERR ÜBER LEBEN UND TOD, LIEBE 47 und DER FUCHS VON PARIS, die dank Alhambra nun vollständig vorliegen. Doch neben diesen Auszügen enthält das Album von Duophone rund 20 Minuten Musik, die nicht in der Alhambra-Box vetreten sind und somit eine willkommene Ergänzung bilden. Den wichtigsten Teil der nur hier greifbaren Musik bildet die 15 Minuten lange Suite aus DER WEG ZU DIR (1952), der sich stilistisch wunderbar in die packenden Thriller-Musiken aus dieser Zeit einreiht (und in der Alhambra-Box überwiegend auf CD 6 vertreten sind). Im Gegensatz zu diesen ist Majewskis Vertonung von DER WEG ZU DIR allerdings weniger perkussiv, entbehrt aber trotzdem nicht der für seine Thriller-Vertonungen aus dieser Zeit so typische Kraft. Der Fokus der Musik liegt hier nämlich deutlich auf den Streichern, die ebenso ruppig wie lyrisch agieren, einzelne Motivzellen motorisch aneinanderreihen oder in weit ausgreifenden Linien ihre Klangschönheit zur Geltung bringen. Zu Beginn etabliert der Komponist ein eingängiges Thema unisono in kräftigen Bläser- und Streicherklängen und wuchtigen Paukenschlägen. Im weiteren Verlauf dieser Musik wird es überraschenderweise keine Rolle mehr spielen und erst vier Jahre später für NACHT DER ENTSCHEIDUNG als Hauptthema aus der Versenkung gehoben. Den eigentlichen thematischen Kern dieser Musik bildet eine zielstrebig aufwärts gerichtete Tonfolge mit eine abwärts fallenden Intervall am Ende. Dieses Element wird während der Titelmusik über das treibende polyphone Spiel der Streicher im Blech präsentiert und kommt in der zweiten Hälfte der Musik ganz zur Geltung. Kunstvoll in melancholische Streicherlinien während des "Risoluto - Poco meno mosso" eingebunden, wird es auch kurz zu Beginn des "Larghettos" angedeutet, bevor es zum Schluss kunstvoll als Fugenthema verarbeitet wird. Einen weiteren Höhepunkt bildet das lyrische, stellenweise fast verträumte "Allegro molto - Tranquillo" mit einem neuen melancholischen Thema, das sich immer wieder steigern will, aber erschöpft herniedersinkt. Die Präsentation der "Sinfonischen Suiten" auf diesem Album ist bemerkenswert, denn obwohl es sich (fast) ausschließlich um Arbeiten für den Film handelt, werden die entsprechenden Titel im Zusammenhang mit der Musik oberflächlich verschwiegen. So erfährt man erst aus dem Booklet, dass es sich bei der "Suite 52" um Musik aus DER WEG ZU DIR handelt, ebenso bei den Suiten "Sinfonische Skizzen 47 (LIEBE 47) und "Pariser Impressionen" (DER FUCHS VON PARIS). Im Falle von DER WEG ZU DIR verzichtete man außerdem auf Titel, die auf Szenen verweisen, sondern begnügte sich mit italienischen Tempobezeichnungen, um der Musik einen noch "seriöseren" Anstrich zu verleihen. Mit Ausnahme von DER WEG ZU DIR sind die einzelnen Suiten sind aus den Originalaufnahmen zusammengestellt und von ebenso sauberem Klangbild wie die Alhambra-Box, außerdem können die jeweiligen Titel auch einzeln angewählt werden und wurden auch nicht ineinandergeblendet. Als eine Art "Fußnoten" gibt es neben den drei längeren Suiten auch noch drei Einzeltitel zu hören. "Adele" stammt aus der komplett erhaltenen Musik zum Zeichentrickfilm TOBIAS KNOPP - ABENTEUER EINES JUNGGESELLEN nach Wilhelm Busch. Entsprechend quirlig und schrullig gestaltet sich auch die Vertonung mit zahlreichen Mickey-Mousing Effekten wie Streicher- und Xylophon-Glissandi mit anschließenden Beckenschlägen, rasanten Holzbläserfiguren etc. Zusammengehalten werden die illustrativen Einwürfe von meistens solistisch vorgetragenen Melodiefragmenten und Anspielungen an Volkslieder und andere berühmte Melodien. "Der blaue Vogel" bildet das einzige Stück, das Majewski extra neu auf Tonträger aufnahmn, da er ursprünglich aus einer Bühnenmusik zu Maurice Maeterlincks gleichnamigen Stück handelt, und daher nur "live gehört" werden konnte. Dieses charmante Stück für Flöte, Streicher und Schlagzeug (Triangel, Becken und Glockenspiel) bildet einen Favoriten in meiner Majewski-Sammlung und ich bin sehr dankbar, durch dieses Album die Gelegenheit zu haben, diese leichtfüßige Komposition hören zu können. In der Bundesrepublik wurden zahlreiche Filme aus der NS-Zeit neu verfilmt und die entsprechende Botschaft ohne größere Verfälschung und nur von Hakenkreuzen und Parteiabzeichen bereinigt einfach weitergetragen. Zu diesen Fällen zählt URLAUB AUF EHRENWORT von NS-Star-Propaganda-Regisseur Karl Ritter (DEUTSCHLAND ÜBER ALLES, STUKAS, ...), den ausgerechnet Wolfgang Liebeneiner in den Zweiten Weltkrieg verlegte. Majewski koppelte aus dieser Musik das Stück "Abschied" aus, eine feierliche Komposition mit einer schlichten Melodie für Solotrompete über einem breiten Streicherteppich, in den ein rhythmisch abwechselnd ein Trommelwirbel und der Schlag der großen Trommel hineinhallen. Die Musik wird unter Einbezug des Streicherapparats gesteigert und klingt mit einer sanften Holzbläservariante des Themas aus, an das noch ein Echo der gedämpften Solotrompete anschließt. Dieses Album kann einerseits als Ergänzung zu der phänomenalen Majewski-Box von Alhambra oder als Einstiegsdroge betrachtet werden, ermöglicht es doch mit den vier Suiten einen repräsentativen Einblick in das umfangreiche Schaffen Majewskis, wobei natürlich die leichteren und jazzigen Musiken außen vor bleiben. Bei Amazon ist die CD gerade für sehr wenig Geld zu haben, wer also nun neugierig geworden ist, sich zum Kauf der Box aber noch nicht durchringen konnte, kann Majewski ja mit diesem Album einmal eine Chance geben.
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veröffentlichung Intrada: THE LONELY GUY (Jerry Goldsmith)
Mephisto antwortete auf Alexander Grodzinskis Thema in Scores & Veröffentlichungen
Hatte mal vor Unzeiten einen LP-Rip, kenne also zwei Passagen und meine mich an synthlastige quirlig-poppige-Goldsmith-Musik und ein hübsches schlicht-sentimentales Liebesthema erinnern zu können. Den Film kenne ich nicht. Die genannten beiden wären auch keine "bottle-caps". -
veröffentlichung Intrada: THE LONELY GUY (Jerry Goldsmith)
Mephisto antwortete auf Alexander Grodzinskis Thema in Scores & Veröffentlichungen
Na endlich! Wird für mich aber hauptsächlich ein "bottle-cap"-Kauf -
Das war bestimmt die richtige Entscheidung, auch wenn es die Wahrnehmung des Charakters der Musik anscheinend etwas verzerrt. Mittlerweile sind nun alle Majewski-Musiken aus der Alhambra-Box "im Kasten" und es hat mich sehr gefreut, all diese Schätze noch einmal zu hören und vieles neu zu entdecken! Besonders schön auch die von Jonas angestoßenen Gespräche haben mich sehr interessiert, wobei ich hier nicht mehr viel beisteuern kann. Ich finde es übrigens auch großartig, wie hier die Produzenten Rede und Antwort standen und noch wertvolle Einblicke in die Beschaffenheit des Sets gegeben haben. Wurden denn auch die ganzen nicht verwendeten Majewski-Musiken digitalisiert? Nächste Woche gibt es dann noch zwei "Nachschläge" in Sachen Majewski, aber dann bin ich auch erstmal durch
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...und auf meiner Liste, zusammen mit TESSLA (dank Angus)
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- tatort
- martina eisenreich
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(und 1 weiterer)
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Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Scores & Veröffentlichungen
LONELY GUY? -
Angus, mal wieder vielen Dank für die tollen Einblicke in die deutsche Filmmusik. Die HEXEN-Filme stehen seit Ewigkeiten auf meiner Liste und sind jetzt auf meiner Sichtungsliste wieder gehörig nach oben gerutscht! Verstehe Dich aber bitte nicht als "Vertretung" oder "Lückenfüller" - im Gegenteil. Es soll hier ja eben keine Ein-Mann-Veranstaltung werden! Und jetzt weiter mit Majewski: Mit RHEINSBERG verfilmte Hoffmann eine weitere Tucholsky-Erzählung, in der ein junges Paar während seines Urlaubs mit den Tücken der Liebe konfrontiert wird. Majewskis Musik ist zwar ähnlich heiter im Charakter wie seine Vertonung von SCHLOSS GRIPSHOLM, aber mit vollkommen anderen Mitteln realisiert. Das charmante Hauptthema im schnellen Walzertempo gehört zu den schönsten Kreationen Majewskis und bleibt auch lange nach dem hören im Gedächtnis. Es wird zu Beginn des Films vom Klavier über die dezente Begleitung der Rhythmusgruppe vorgestellt und mit einigen jazzigen Improvisationen fortgeführt. Gekrönt wird dieses Arrangement von dem wunderschönen, mollgetrübten Kontrapunkt der Violinen. Später erklingt das Hauptthema als Akkordeonsolo über sanfte Streicherteppiche, bevor es zum Finale wieder vom Klavier vorgetragen wird. Insgesamt bietet RHEINSBERG ein rundum glücklich machendes Hörvergnügen. Die von Kaskaden des Klaviers und des Fagotts durchzogene Musik für ein Tennisspiel und die geschäftige Musik für den Umsteigebahnhof Loewenberg lassen mit dem Fuß wippen, die Musik zur Kleinbahnfahrt atmet mit den motorischen Rhythmuszellen der Streicher und des Klaviers, den mechanischen Fagottquarten und den süffisanten Einwürfen der Streicher sogar einen Hauch Strawinksy und in der musikalischen Untermalung einer Kutschfahrt lässt sich Majewski mit ordentlich knallender Peitsche sogar zu etwas Illustration herab. Wie auch im Falle von SCHLOSS GRIPSHOLM ist die Musik zu RHEINSBERG leider nicht vollständig auf dem CD-Set vertreten. Sehr schade, ich hätte gern noch mehr von dieser wundervoll erfrischenden Musik gehört.
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Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik
Mephisto antwortete auf Angus Gunns Thema in Filmmusik Diskussion
Die CD habe ich auch schon entdeckt und mit dem Gedanken gespielt, sie mir zuzulegen. Werde ich bei Zeiten dann mal mit dem Download tun (ist das auch ein LP-Rip? Bin gerade im Urlaub* und habe keine Hörmöglichkeit hier). *daher pausiert auch gerade der Majewski -
Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik
Mephisto antwortete auf Angus Gunns Thema in Filmmusik Diskussion
Ernst Brandner war mir bisher noch kein Begriff und seine Diskographie sieht ja leider sehr schmal aus, wobei mich "Blut und Ehre" ja stark interssiert. Aber ich habe mir geschworen, jetzt nicht auch noch mit dem Plattensammeln anzufangen... -
Die Gaunerkomödie GANOVENEHRE von Wolfgang Staudte gab Hans Martin Majewski erneut Gelegenheit für die Komposition eines seiner geliebten Musette-Walzers mit dem Titel „Wir fahren nach Paris“. Neben einer Spannungspassage, in der die heitere Akkordeon-Melodie durch elektronisch verfremdete Klänge und unheimliche Glissandoeffekte hindurchblitzt, ist keine weitere Musik auf der Kollektion enthalten.
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Mit dem Film abgeglichen habe ich die Musik tatsächlich nicht. In Majewskis Nachlass (archiviert im deutschen Komponistenarhciv in Hellerau [Dresden]) kann man sich ja die Partitur ansehen und die wirkte vom optischen Eindruck tatsächlich "fülliger". Danke für die Info, Sebatsian! Immer schön, wenn man hier noch was zusammentragen kann.
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Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik
Mephisto antwortete auf Angus Gunns Thema in Filmmusik Diskussion
Ach, daher kommt die "Rih-Melodie". Ich kenne die nur aus dem "Wilder-Western-Heißer-Orient"-Box, wo sie als Bonus nach der vollständigen Musik zu "Der Schut" erklingt. Habe immer nicht verstanden, warumd das so vollkommen anders klingt... Das kann man so nicht sagen. In der Tat fand ich NIGHT MOVES nicht so sonderdlich tiefgründig, wie er scheinbar sein wollte (oder sollte?), ihre anderen Filme kenne ich nicht. Aber MEEK'S CUTOFF fand ich sehr beeindruckend. Nichts desto trotz ist die Darstellung beschwerlicher Lebensumstände in möglichst langen beklemmenden Einstellungen und Abschnitten, die ebenfalls mühsam und fordernd für's Publikum sind, ein durchaus adäquates Mittel. Aber ich gebe gerne zu, dass ich nicht immer in der Stimmung bin, diesen Ansatz stets zu begrüßen. Um einem Siedlertrek bei der anstrengenden Wanderung oder Bauern bei der Erschließung des Teufelsmoors zusehen zu können, muss ich selber eher ausgeruht und entspannt sein. -
Am Heimatfilm kam kaum einer der Komponisten vorbei, die in der Bundesrepublik für den Film arbeiteten. Hans-Martin Majewski leistete seinen Beitrag zu der Produktion AN HEILIGEN WASSERN, für die er eine groß angelegte symphonische Partitur in bester Heimatfilmmusiktradition komponierte. Umso bedauerlicher, dass in dieser Box neben der auftrumpfenden und viel versprechenden Titelmusik nur Spannungspassagen enthalten sind, da alle weiteren Aufnahmen scheinbar verloren sind. Somit ist Majewskis Musik hier leider falsch präsentiert. Einen kleinen Eindruck von dem, was möglich gewesen wäre, erhält man nur in „Roman geht nach Indien“ mit triumphalen Hörnern und ausladenden Streicherlinien. Auch die Musik zum Aufruhr mit einem fast tänzerischen Ostinato und den schnatternden gestopften Trompeten ist überaus hörenswert, aber abgesehen von diesen Passagen ist von der großen Musik zu AN HEILIGEN WASSERN einer stereotypen Suspensemusik übriggeblieben. Sehr schade…
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veröffentlichung Intrada: NATE AND HAYES (2CD) (Trevor Jones)
Mephisto antwortete auf Alexander Grodzinskis Thema in Scores & Veröffentlichungen
Hab mir NATE AND HAYES auch bei der Verramschaktion gegönnt. Bin mal gespannt, denn auftrumpfender Abenteuer-Jones ist ja eigentlich was Feines -
Meiner auch Dürfte jetzt über 20 Jahre her sein...
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Wieder einmal hochinteressant - besonders, da ich AN HEILIGEN WASSERN immer als Prunkstück in Majewskis Filmographie erachtet habe... Rolf Wilhelm kommt natürlich auch noch dran
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Klar, man muss halt für alles dankbar sein, was noch verwendbar ist und da ist Majewski ja eine der ganz wenigen Ausnahmen was derartige alte Aufnahmen angeht. Was mich noch zu der Ghostwriter-Geschichte interessieren würde: Welches sind denn die Filme, die in Wahrheit fast vollständig von Sandloff vertont worden sind? Gibt es da eine Art "Liste"?
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Interessant. Bedeutet das, dass der Film "ungleich" vertont war? Kann ja sein, dass in der zweiten Hälfte nicht mehr viel Musik ist. Ich muss aber auch zugeben, den Film (wie so viele von den in der Box vertretenen) nie gesehen zu haben.
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Das Spionagedrama MENSCHEN IM NETZ kam 1959 in die Kinos und basierte auf einem gleichnamigen „Tatsachenbericht“ von Will Tremper, der zuvor im „Stern“ erschienen war. Für die Musikeinspielung stand Hans-Martin Majewski die Big-Band des Südfunkorchesters zur Verfügung, für die er eine entsprechend jazzige Musik mit einem eingängigen Hauptthema komponierte. Abgesehen von der Titel- und Schlussmusik, in denen die Besetzung voll zur Geltung kommt, reduziert Majewski das Ensemble für diverse Verfgolungs- und Bespitzelungsszenen auf kleinere Gruppen und geht regelrecht kammermusikalisch zu Werke. Nur ein einziges Mal vernimmt man mit einer Solovioline, die zusammen mit der Klarinette weite Linien über eine motorische Big-Band-Begleitung mit Bongorhythmen und Saxophonostinati spannt, den Klang eines Streichinstruments. Einmal deutet sich eine weitere Melodie für die Ehefrau des Protagonisten an, die sogar vom einsamen Saxophon ohne jede Begleitung intoniert wird. In einigen Spannungspassagen wird es dann mit schrillen Blechbläsern etwas harscher, aber im Großen und Ganzen überschreitet Majewski kaum die Grenzen seiner eingängigen Jazzidiome. Die in der Box enthaltenen 14 Minuten zu MENSCHEN IM NETZ scheinen fast ausschließlich aus der ersten Filmhälfte zu stammen. Die Suite bietet ein gutes Hörerlebnis, aber auf Grund des etwas stereotypen, in der Unterhaltungsmusik wurzelnden Vertonungsansatzes ohne viel Ecken und Kanten bleibt die Musik hinter anderen Vertonungen dieser Kollektion zurück. Die Konkurrenz ist aber auch zugegebenermaßen sehr stark.