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Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. THE WOODSMAN (Nicole Kassell) Kevin Bacon brilliert in diesem einfühlsamen Drama als pädophiler Sexualstraftäter, der nach zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und versucht, sich wieder ins Leben einzugliedern. Dabei schlägt ihm nicht nur tiefer Hass entgegen, er erfährt auch Zuneigung von einer Frau (Bacons Ehefrau Kyra Sedgwick), die er an seiner Arbeitsstelle kennenlernt. Allein dieser menschliche, versöhnliche Aspekt macht den Film schon sehenswert, aber Bacons differenziertes Spiel ist ohne Zweifel die Hauptattraktion des Films. Wie er den innerlich zerbrochenen, von der Gesellschaft verachteten Pädophilen verkörpert, der immer zwischen seinen sexuellen Neigungen und dem Wunsch, wieder "normal" zu sein, hin- und hergerissenen ist, macht schon großen Eindruck. Vielleicht ist der Film teils etwas zu sensibel, hätte sich noch etwas mehr trauen können - davon abgesehen ist THE WOODSMAN aber ein erfreulich menschlicher, vernünftiger Film, den ich nur empfehlen kann. VASE DE NOCES (Thierry Zéno) Ein Mann lebt allein auf einem verfallenen Hof mit einigen Tieren zusammen - er verhält sich archaisch, isst aus großen Trögen, erledigt seine Geschäfte in ebensolche und vollzieht seltsame Rituale (so steckt er etwa seinen Tauben Puppenköpfe auf oder verwahrt die Teile verendeter Tiere in Einmachgläsern). Allerdings liebt der arme Kerl auch seine Sau, was das menschlich-tierische Drama erst richtig in Gang setzt: nach dem liebevollen Koitus wirft ihm das Schwein drei Ferkel, doch der Protagonist scheitert an deren Erziehung und bringt sie um. Die Sau begeht daraufhin aus Verzweiflung Selbstmord und ihr menschlicher "Gatte" gräbt sich schließlich ebenfalls ein. Was eher wie ein grotesker Witz klingt, hat der belgische Kunstfilmer Thierry Zéno 1974 tatsächlich auf Zelluloid gebannt: in Schwarz-Weiß, ohne Dialoge (die Sprache scheint die Hauptfigur schon lange hinter sich gelassen zu haben), nur mit Tierlauten und verstörend untermalt mit Chorälen von Perotin und Monteverdi. Die Hochkultur, die sich in dieser Musik spiegelt, scheint im Fäkal-Schlamm von VASE DE NOCES nur noch Nachhall einer längst verschwundenen Zivilisation zu sein - ebenso wie das gelegentliche, kurze Aufblitzen religiöser Rituale im Verhalten des Protagonisten, etwa wenn er sich vor seinen ärmlichen Mahlzeiten dreimal hastig-reflexartig bekreuzigt, obwohl er gar nicht mehr zu wissen scheint, für was so etwas überhaupt gut ist. Diese extreme, tragisch endende Regression und das Zurücklassen jeglicher zivilisatorischer Normen ist anstrengend, oft auch widerwärtig in Szene gesetzt - dennoch ist VASE DE NOCES ein sehenswerter Film, der nicht nur auf reine Provokation aus ist, sondern durchaus einen interessanten Kommentar zu Mensch und Gesellschaft zu bieten hat. Der oft angefeindete Film führte lange Zeit ein echtes Schattendasein und wurde erst dieses Frühjahr erstmals auf DVD veröffentlicht. Die deutsche Doppel-DVD von Camera Obscura ist FSK-ungeprüft und nicht einfach zu bekommen, aber durchaus schön aufgemacht - in einem Pappschuber mit Booklet und einer 70-minütigen Doku über den Film auf der Bonus-DVD. Ist den recht hohen Preis von 25 Euro dadurch m.E. schon Wert.
  2. Kann natürlich auch sein. Wobei es mich im Nachhinein doch schon etwas verwundert, dass Campbell hier Corigliano verpflichtet hat, obwohl er seine Komponisten vorher immer ziemlich "Hollywood-konform" ausgewählt hat (Horner, Arnold, JNH...)...
  3. Klasse Film - wenn auch teils etwas bitter... Muss mir den auch noch auf DVD holen.
  4. Auch von mir alles Gute an Mrs. Depp (*derdamediehandküss* ) und Caine!
  5. Sollte REVOLUTION nicht bald auf CD kommen? Hab da irgendwo was gehört...
  6. Was haltet ihr eigentlich von Kurt Krömer und seiner Show, die immer donnerstags im Ersten nach Harald Schmidt kommt? Ist für mich seit einiger Zeit neben "Dirty Harry" absolutes Pflichtprogramm - wunderbar schräg und immer irgendwie improvisiert wirkend. Dazu herrlich ungehemmt und geschmacklos. Kommt nachher wieder, ich freu mich schon.
  7. [ame=http://www.youtube.com/watch?v=F-tnhxccMlc]YouTube - Concerto Grosso nr. 1 Rondo - Alfred Schnittke[/ame] Das Rondo aus Alfred Schnittkes erstem Concerto grosso von 1977, hier in einer Aufführung mit Performance-Elementen. Einfach genial, wie intensiv und emotional hier Barockes auf Atonales prallt und das Ganze dann noch mit einem Tango konterkariert wird (2:55). Origineller geht´s kaum, einfach spitze...
  8. Der Score ist ja schon aufgenommen - möglicherweise haben wir sogar das Glück, und die Musik wird doch noch irgendwann veröffentlicht, vielleicht von Corigliano selbst.
  9. Och nein, so ein Mist! Ich mag Shore natürlich auch sehr - aber ein Corigliano, das ist doch ein echtes Ereignis... Naja, wird für Hollywood einfach zu unkonventionell sein. Ganz besonders für einen Mainstream-Regisseur wie Martin Campbell. Schade, schade, schade.
  10. Ja, allerdings größtenteils eher im Kino, je nachdem, was eben kommt (siehe "Letzter Film, den ich gesehen habe"). Da schaue ich wirklich alles, Hauptsache eben, es klingt interessant. Auf DVD kaufe ich mir allerdings meistens Filme meiner bevorzugten Genres (Thriller, Horror, Krimi, Drama, Sci-Fi). Wobei sich auch vieles von mir Bevorzugte gar nicht so einfach in bestimmte Genre-Fächer einordnen lässt - Zénos VASE DE NOCES oder auch einen Bunuel-Film würde ich z.B. sowohl als Psychodrama als auch als groteske schwarze Komödie sehen. Ansonsten kam aber in den letzten Wochen viel handfester Horror zusammen, das stimmt. Geht halt auf Halloween zu...
  11. Was mich betrifft, ich habe den genauen Sinn und Zweck von Twitter (noch) nicht verstanden. Kommt vielleicht noch...
  12. Habe bei beiden Titeln gepasst. Der Seltzer klingt schon reichlich unbeholfen und auch der Horner ist mir einen Ticken zu süßlich. Dann lieber irgendwann mal HONEY, I SHRUNK THE KIDS oder SOMETHING WICKED...
  13. Kann ich für mich nicht wirklich bestätigen. Fand die Musik im Film enorm statisch, gleichförmig, frei von Höhepunkten. Sehr austauschbar, hab Beltramis Handschrift ebenfalls kaum erkannt. Wie die Musik irgendeiner Tatort-Folge. Als ich in die CD reingehört habe (gekauft hab ich sie mir nicht), hat sich dieser Eindruck nur bestätigt.
  14. AWAY WE GO (Sam Mendes) Sympathisch-skurrile kleine Tragikomödie um ein junges Paar auf einem Selbstfindungs-Trip quer durch Nordamerika. Die vielen schrulligen Nebenfiguren, denen die beiden Protagonisten bei ihrer Suche nach dem idealen "place to live" begegnen (köstlich etwa Maggie Gyllenhaal als ätherisch-alternative Hippie-Mutter) machen den Film trotz ernster Probleme, die geschildert werden, richtig ulkig. Anders als der dunkle REVOLUTIONARY ROAD (der mir trotzdem noch etwas besser gefallen hat) hier also eher ein etwas leichterer Mendes. Nichtsdestotrotz sehr sehenswert. BERLIN '36 (Kaspar Heidelbach) Irgendwie nur ein weiterer deutscher Film über den Nationalsozialismus, nur dieses Mal mit ein bisschen Sport. Die Figuren sind blass und klischeehaft gezeichnet, alles kommt genauso, wie man es erwartet und auch sonst hat man das Gefühl, ein paar durchschnittliche Filmemacher haben einfach in den übrig gebliebenen Sets, Kostümen und Hakenkreuz-Flaggen des letzten deutschen Nazi-Films ihren eigenen kleinen Beitrag geköchelt, der sich stilistisch aber so gar nicht von den gefühlten 1000 vorhergehenden Filmen des "Subgenres" unterscheidet. Langweilig - der deutsche Nazi-Historienfilm hat sich endgültig totgelaufen. THE FINAL DESTINATION 3D (David R. Ellis) Hatte am Wochenende irgendwie mal Lust auf einen 3D-Film und da habe ich mich für diesen entschieden. Tia, was soll ich sagen: nette, aber belanglose Unterhaltung, die das bekannte Rezept der ersten drei Teile fortführt, diesmal aber mit einer weitaus umfangreicheren Portion Splatter. Der 3D-Aspekt hat mich gar nicht allzu sehr beeindruckt, weshalb dies wohl auch mein erster und letzter (überteuerter) 3D-Kinoabend war.
  15. Auf der Filmbörse geschossen: HIGH TENSION (Alexandre Aja, 2003) ~ 2-DVD-Full-Uncut-Special Edition (Cover , limitiert auf 99 Stück THE SENTINEL (Michael Winner, 1977)
  16. Ach, Desplat hat die Petition auch unterzeichnet? Na, so ein böser Bubi...
  17. Bei mir neu: VASE DE NOCES (Thierry Zéno, 1974)
  18. Der Clip fängt wirklich reichlich nichtssagend an, steigert sich dann aber zusehends... wirklich schönes, breit ausschweifendes Thema. Ganz ehrlich: gefällt mir. Werde ich mir mal vormerken.
  19. Goldsmith-Fan grüßt Goldsmith-Fan... Auch von mir alles Gute!
  20. Der deutsche Kinostart von [REC]² wurde übrigens gestrichen. Erscheint Ende Jahres sofort auf DVD. Schade eigentlich, im Kino hätte der Film sicherlich noch um Einiges besser gewirkt.
  21. Die momentan interessanteste Variation des Zombie-Genres ist IMO [REC] und, hoffentlich, auch [REC]². Ist natürlich auch aus der subjektiven Blair-Witch-Perspektive erzählt, aber eben verdammt effektiv und was Atmosphäre und Schockmomente anbelangt, wirklich kaum auszuhalten. Und dabei ist das Ganze noch nicht mal annähernd so blutig wie ein Romero. Gehört für mich zu den besten Horrorfilmen der letzten Jahre. EDIT: Trailer zu [REC]²: [ame=http://www.youtube.com/watch?v=VPrh-Hiar7k]YouTube - [REC]2 - Trailer castellano - www.enelcine.es[/ame]
  22. Das Cover sieht schonmal schön "zusammengeklatscht" aus... hat fast Bootleg-Charme.
  23. Ich kann schon verstehen, dass viele mit SECONDS ihre Probleme haben. Die Musik ist wirklich sehr düster, fast schon "schwarz-weiß" in der klangfarblichen Gestaltung und die Verwendung der Orgel ist natürlich auch alles andere als konventionell. Aber gerade das alles macht die Musik so faszinierend und wohl auch völlig einzigartig. I.Q. ist dagegen natürlich schön eingängig und melodisch, aber Scores wie diesen gibt es wahrlich wie Sand am Meer. Wenngleich die Musik natürlich nicht schlecht ist, so betrachte ich sie hier dennoch eher als nette Dreingabe.
  24. WOW, großartig!!! Hätte zwar auch lieber PLAYERS statt I.Q. gehabt, aber da mich SECONDS sowieso am meisten interessiert, ist die CD so gut wie gekauft. Einer meiner Most-Wanted-Jerrys endlich auf CD, spitze!
  25. TIMELINE - Rejected Score (Jerry Goldsmith) Ist die letzten Tage wieder öfter gelaufen. Irgendwie bemerkt man erst jetzt so richtig, wie einem in der heutigen Filmmusik-Landschaft selbst die "nur" ordentlich bis guten Goldsmiths fehlen... Gibt heutzutage ja wirklich kaum noch Actionscores, die thematisch-motivisch ähnlich gut gearbeitet sind, so kraftvoll, ohne dabei lärmend zu sein und andererseits auch so persönlich und emotional, dass kein Zweifel daran besteht, dass der Komponist hier (trotz schwerer Krankheit) immer noch mit ganzem Herzen bei der Sache war. Hört euch nur Tracks wie "Cornflakes" oder "Setting Up" an - ich finde das einfach nur erhebend und schön. Danke, Jerry.
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